(Zuerst gepostet am 7. Juni 2006)
Die Manifestation von Bildern in der Kunst ist nicht einfach die treue Verwirklichung eines Bildes, sondern vielmehr die Spuren, die im Spiel mit diesem Bild entstehen.
Viele Menschen bedauern, dass sie zwar lebendige Bilder im Kopf haben, aber die Fähigkeiten oder Techniken fehlen, um sie zu materialisieren, und daher keine Kunst schaffen können.
Doch ist der Prozess, durch den Künstler Bilder zur Wirklichkeit bringen, wirklich das, was sie sich vorstellen?
Mit anderen Worten, könnten künstlerische Methoden nicht nur Wege sein, geschickt mit den flüchtigen, imaginären Visionen zu spielen, die auftauchen?
Anstatt einfach ein Bild so zu materialisieren, wie es ist, könnte der Kern der Schöpfung in diesem Spiel liegen – durch das neue Dinge entstehen.
Das Kunstwerk wäre dann das Aufzeichnen dieses Spiels, die Spuren, die im Umgang mit dem Bild hinterlassen werden.
Und doch neigen die Menschen dazu, dies als die „Verwirklichung eines vorgestellten Bildes“ zu betrachten.
Wenn wir es ganz offen sagen, könnte dies als „Illusion“ bezeichnet werden.
Um dies zu verdeutlichen, lassen Sie uns auf die Yuji Takahashi Collection: 1970er Jahre (S. 80) verweisen.
Wenn ein ursprünglich konzipiertes Bild ein Gefühl für Struktur und Ganzheit vermittelt, dann zeigt sich in dem kreativen Prozess – diesem Spiel mit dem Bild – ein Werk, dessen Details und Feinheiten eine Bedeutung erlangen, die über ihre Rolle als Teil eines Ganzen hinausgeht. Als Ergebnis tritt das „Gesamtbild“, das das ursprüngliche Bild umfasst und gleichzeitig übersteigt, in Erscheinung.
Der Wunsch, diese „wirkliche Erscheinung jenseits des Bildes“ zu erfassen, ist wohl die Motivation und der Wert künstlerischer Tätigkeit.
Letztlich muss die Musik über das ursprüngliche Bild hinausgehen, um Bedeutung zu erlangen; andernfalls könnte man sich einfach mit dem Träumen von Bildern begnügen, ohne etwas zu schaffen.