Der erste Track, Warmth of Stagnation, die Titelmelodie, ist ein einfaches Lied mit einem langsamen Arpeggio, das sich mit subtilen Veränderungen in den rhythmischen Mustern und Akkorden wiederholt.
Schwebende, schimmernde Synthesizerklänge vermitteln dem Hörer den zweideutigen Eindruck von verschmelzenden Rhythmen und Harmonien.
Auf den ersten Blick klingt der Song wie minimale Ambient-Musik, aber nach einer Weile beginnt sich das Arpeggio-Muster auszudehnen und zusammenzuziehen, und die Akkorde zeigen subtile, aber eindeutige Veränderungen.
In einer solchen Situation schwingt nur die oberste Note des Arpeggios auf einer konstanten Tonhöhe weiter und bleibt dort, als ob sie die sich ständig verändernden Akkorde an Ort und Stelle halten würde.
Interessant ist, dass der Spitzenton mal laut, mal flüsternd und gedämpft erklingt, so als würde er die wiederholten Arpeggien berücksichtigen.
Wie der Titel andeutet, gibt es im Grunde keine dramatische Veränderung in der Musik, sondern eher ein Gefühl der Friedlichkeit, als ob die Musik buchstäblich stagnieren und stillstehen würde.
Doch so wie sich auch in der gleichbleibenden Routine persönliche und introspektive Schwankungen und Verwandlungen ereignen, beginnt sich in der zweiten Hälfte und gegen Ende des Stücks eine andere Wellenbewegung in den Akkordfarben und Arpeggio-Rhythmen abzuzeichnen.
Einer der Höhepunkte dieser kleinen, introspektiven Erzählung ist der chromatische Abstieg des Spitzentons, der erstmals im Arpeggio bei 4:42 zu hören ist.
Der Spitzenton, der bisher in zweifelhafter Harmonie mit den Akkorden des Arpeggios stand, hallt hier einen Moment lang in einer bitteren Tonhöhe nach und fällt dann, als ob er sich dagegen sträubt (oder sich dafür schämt), um einen Halbton ab.
Das Arpeggio bricht dann in ein absteigendes Muster ab, hört auf, seine vorherige Form beizubehalten und beginnt, einem leisen Untergang entgegenzugehen.
War der Spitzenton des Arpeggios, der seit Beginn des Stücks vorhanden ist, wirklich der Protagonist, der in dieser Stagnation gefangen ist?
Als Künstler, der bewusst eine erzählende musikalische Zeit komponiert, bringt er seinen eigenen Kompositionssinn in die minimale, repetitive Ambient-Musik ein und lädt den Hörer zu einer hochkonzentrierten musikalischen Erfahrung ein.
In dieser Hinsicht ist der Song ein eindrucksvoller Modellfall für das musikalische Konzept des Autors, das durch einfaches musikalisches Material ausgedrückt wird.
Das Koppelstück „Radio and the Moon“ wirkt mit seinem eintönigen Synthesizer-Sound ähnlich wie das vorherige Stück, aber die Musik hat eine dunkle Sentimentalität wie die einer alten Spieluhr, was dem Stück eine ganz andere Note verleiht.
Die Melodie und die Begleitung sind deutlich vorhanden und auf den ersten Blick leicht zu verstehen, aber die Melodie wird im Stück nie eindeutig wiederholt, und die Melodielinie, die weder eine Variation noch eine Improvisation ist, wandert durch die Zeit.
Charakteristisch ist auch die hohe Dichte der strukturierten musikalischen Zeit.
Die Geschicklichkeit und Wirkung der Zeitstruktur in dieser nur etwa zwei Minuten langen Musik wird durch den verwendeten Einzelton noch deutlicher spürbar.
Es wäre übertrieben zu sagen, dass dies beim Hörer den Eindruck erweckt, eine Kurzgeschichte zu Ende gelesen zu haben, und gleichzeitig einen robusten Sinn für Konstruktion und Verdichtung sowie einen fluffigen Eindruck von der Musik vermittelt.
Die beiden Stücke werden mit einem einzigen Synthesizerton gespielt, wodurch dramatische Klangeffekte vermieden werden und die kompositorischen Merkmale der Musik leichter zu erfassen sind.
Unter diesem Gesichtspunkt eignet sich die Besetzung als Einstieg in das Verständnis für den Sinn des Autors für erzählerische Komposition.